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23.10.2026

Ein voller Erfolg war die Premiere von Alfred Jarrys KÖNIG UBU - in der kongenialen Übersetzung von Marlis und Paul Pörtner - am 16. Oktober am Wiener Burgtheater: ein Stück zur Zeit insofern, als sein Thema die vollumfängliche Zerlegung des Staates und seiner Funktionen ist. Burgtheater-Direktor Stefan Bachmann inszeniert Jarrys anarchische Machtsatire als slapstickhafte Groteske.

Einen Trailer zur Inszenierung finden Sie hier. 

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Foto: Tommy Hetzel

Die Presse zeigte sich sehr angetan:

Für die FAZ (19.10.2026) "passt eigentlich alles an diesem Abend zusammen": Rezensentin Sophie Klieeisen hat eine "brillante dystopische Farce über die menschliche Lust an der Unterwerfung" gesehen. Dankenswerterweise vertraue die Inszenierung von Stefan Bachmann auf "Spielfreude und Bühnenintelligenz" anstatt Übereindeutigkeiten zu liefern und werde so zu einem "Feuerwerk an Witz und Subtilität". Stefanie Reinersperger und Sebastian Wendelin als Vater und Mutter Ubu spielten "in phänomenaler Gegensätzlichkeit": "wie beide [...] die Boshaftigkeit sadistisch grundierter Willkür durch Albernheit, Klamauk, Slapstick und Groteske durchblitzen lassen, das ist schon großes Theater."

In der WELT (23.10.2026) schreibt Jakob Heyner: "Es mischen sich Grand Guignol und Musical, opulente Kostüme von Adriana Braga Peretzki und eine karge Bühne von Olaf Altmann." Die erste Hälfte des Abends, die sich vor dem Vorhang ereignet, sei eine "furiose Soloshow der Ubus in Tuchfühlung mit dem Publikum". 

Auch Julia Schafferhofer lobt auf nachtkritik (17.10.2026) die beiden Ubus: Ein "fantastisch eingespieltes Duo" habe da "körperkomische und improvisatorische Superkräfte" entwickelt. Und wenn Stefanie Reinerspergers Vater Ubu "in Tobsuchtslautstärke [...] ihre Macht und ihre Skrupellosigkeit in Sachen Regierungstaktik" demonstriere, lege das "in aller Biitterkeit und Brutalität die Absurdität von Machtgelüsten [heutiger] Kriegstreiber offen."

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Foto: Tommy Hetzel