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18.5.2026

In einer nahen Zukunft wird Ozeanien nicht mehr von Menschen regiert, sondern von einer hochentwickelten künstlichen Intelligenz namens Solon. Alles wirkt kantenlos, glatt und perfekt gestaltet – doch hinter der makellosen Oberfläche steckt ein System, das jeden Lebensbereich kontrolliert. Die patriarchale KI Solon entscheidet über Arbeit, Freizeit, Beziehungen und Informationen und sogar darüber, ob und wie Familien gegründet werden dürfen. Wahrheit ist nur noch eine Zahl im System. Die Überwachung ist allgegenwärtig – umfassender und raffinierter, als selbst George Orwell sie sich je hätte ausmalen können. Dies ist das Setting der Orwell-Überschreibung 1984 - DYSTOPIE 2.0 von Kim Langner, die am 15.05.2026 in der Regie von Katharina Birch am Jungen Düsseldorfer Schauspielhaus uraufgeführt wurde. 

 "Das Team des Jungen Schauspiel, zuständig für Bühne, Kostüm, Licht und technische Umsetzung, hat für die ebenso beklemmende wie überzeugende Inszenierung von 1984 - DYSTOPIE 2.0 alle Register gezogen, um die Zuschauerinnen und Zuschauer mit in die gar nicht so ferne Zukunft zu nehmen", so Claudia Hötzendorfer in der Rheinischen Presse. "Wie im Literaturklassiker" verbinde die Autorin die Geschichte "mit einem genauen Blick auf gesellschaftliche Entwicklungen." So bleibe einem bei so mancher charmanter Szene "das Lachen [...] im Halse stecken, wenn klar wird, wie nah das Bühnengeschehen bereits an aktuellen Lebenswelten ist." Die Schlussfolgerung der Kritikerin: Die Inszenierung sei "Warnung und Mahnung, wach zu bleiben und Fragen zu stellen. Kluges Jugendtheater, auch für Erwachsene."

 

 Fotos: David Baltzer