Inhalt

SPIND’L... SP’ICH’R — STILL Ist ein dokumentarisch-fiktionales Klang- und Körperarchiv über das, was nicht vergehen will: Lärm, der sich in die Knochen schreibt. Worte, die sich in den Wänden eingenistet haben. Träume, die nie geträumt werden durften. Ein Raum, der schweigt und doch voll ist von Erinnerungen, Gefühlen und Geschichten, die darauf warten, gehört und sichtbar gemacht zu werden.

Im Zentrum stehen junge Frauen, sogenannte "gefallene Mädchen", die in der Schweiz in den 40er, 50er- und 60er-Jahren in Heime eingewiesen und gezwungen wurden, in Textilfabriken zu arbeiten. Unter dem Deckmantel von Fürsorge und Schutz entfaltete sich im Zuge dieser Enteignung von Leben ein System aus Überwachung, Ausbeutung und Schweigen. Alexander Stutz geht diesen größtenteils anonymen Leben nach - er lauscht durch die Wände der Heime und Hallen der Fabriken nach den verborgenen Stimmen, die lange unsichtbar und unbeachtet blieben, doch deren Nachklang bis heute nachwirkt. Das Stück legt sich auf die Lauer, dringt ein in die stillen Risse im Gewebe der Geschichte und spinnt eine verbindende Linie von damals bis in die Gegenwart. Es stellt die Fragen: Wo beginnt Gewalt? Wer erzählt ihre Geschichte (nach)? Und vor allem: Wie klingt diese Geschichte, wenn man ihr endlich aufmerksam und mit offenem Herzen zuhört? Dabei öffnet das Stück einen Raum für das Unausgesprochene und fordert das Publikum heraus, sich mit der Last der Vergangenheit und deren Nachwirkungen auseinanderzusetzen.

Autor

Alexander Stutz

Alexander Stutz, geboren 1992, wuchs in der Nähe von Zürich auf. Erst absolvierte er eine Ausbildung als Gestalter. Dann zog es ihn nach Deutschland, wo er im freien Theater Tempus fugit als Grafiker und ...