Inhalt

Nach "Vaters Kiste" wendet sich Lukas Bärfuss nun in einem bewegenden autobiografischen Buch dem Leben seiner Mutter zu.
Eine kleine Stadt in der Schweiz - ein Haushalt: Frau und Sohn. Es gibt keinen Mann, keinen Vater, aber es gibt Männer. Und an Geld herrscht immer Mangel, an Zärtlichkeit erst recht.
Die Mutter von Lukas Bärfuss war eine Frau ohne Bildung und ohne Perspektiven, dafür mit einem unstillbaren Freiheitsverlangen. Das Kind sah sie als Fessel, sie hatte sich dieses Leben nicht ausgesucht. Eine Rabenmutter, so nannte sie sich selbst; ihr Sohn landete auf der Straße. Die Mutter hatte nur die Waffe der Ohnmächtigen, das böse Maul. Und im Alter blieb ihr kein anderer Ausweg als die Armutsmigration in die Dominikanische Republik, aus einem der wohlhabendsten Länder der Welt, in dem der Lebensabend unerschwinglich für sie war.
Der Sohn musste sich früh in der Kunst üben, seine Mutter zu überleben. Und in der Rückschau stellt er sich die Frage, wo die persönliche Verantwortung in einem elenden Leben aufhört und die einer ganzen Gesellschaft beginnt.

Autor

Lukas Bärfuss

Lukas Bärfuss, geboren 1971 in Thun (Schweiz), ist Dramatiker und Romancier, Essayist und Dramaturg. Seine Stücke werden weltweit gespielt, seine Romane sind in über zwanzig Sprachen übersetzt. ...