Inhalt
Die erfolgreichste Tanzshow der Welt hat vier neue, prominente Kandidaten: Sie sind AWM (alte weiße Männer) und "stolz wie Bolle drauf", sie haben reetgedeckte Häuschen auf Sylt und kaufen ihren Frauen alles, was die Frauen grad wollen, sie gängeln ihre Putzkräfte, weil die halt einfach zu langsam putzen (sie selbst könnten es deutlich besser) - und sie haben, alle vier, einen Brief in der Tasche, der sie verschiedenen Formen des Missbrauchs bezichtigt. Auf der Bühne, unter den Augen der gestrengen Fachjury und der holländischen Moderatorin, performen sie Harm- und Profillosigkeit - backstage, angetrieben vom Vollautomaten-Cappuccino, hatespeechen sie, was das Zeug hält. Doch ihre Männerbündelei erweist sich als ebenso fragil wie die Egos der AWM - und schon bald richtet sich ihre Gewalt auch gegeneinander.
In ihrem neuen Stück, das während des Carl-Zuckmayer-Arbeitsstipendiums entstand, schickt Charlotte Zorell vier Männer in den Tanzring, die sich mit Privilegienblindheit und der Ideologie rechter Männerbünde gegen jede Form der Selbstkritik imprägniert haben. In anarchischen Textkaskaden zeichnet sie ein in seiner Groteske hochpräzises Gesellschaftsbild, das parodistisch flimmert und kippt - bis einem selbst das ungläubige Lachen im Hals stecken bleibt.
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Autor
Charlotte Zorell, 1996 in Wien geboren, als Tochter zweier Clowns (kein Witz, lässt sich googeln). In Kindheitstagen wollte sie Schriftstellerin und/oder Walforscherin werden, eines davon konkretisiert sich langsam ...